Warum ist Hautpflege so wichtig?

Die täglichen Aufgaben der Haut

 

Sie lebt mit uns und atmet. Sie nimmt Reize wahr und ist zudem stark belastbar. Sie bietet uns Schutz vor Krankheitserregern. Unsere Haut ist ein wichtiger Bestandteil des Stoffwechsels und eine der besten Klimaanlagen, die man sich vorstellen kann.

 

Die wichtigste Aufgabe, die die Haut für uns hat ist, dass sie der Spiegel unserer Seele ist. Sie ist ein wahres Multitalent und Meisterwerk.

 

 

Schutz vor Einflüssen und Krankheitserregern

 

Gegen Einflüsse und Krankheitserreger, wie Bakterien, Viren und Pilze, stehen sich der dichte Zellverbund und die extrazelluläre Lipidmatrix gegenüber. Sie bilden zusammen den Schutzmantel der Haut. Auf der Oberfläche der Haut wird eine Schutzschicht gelegt, die wie eine schwache Säure fungiert. Gemeinsam stellen sie eine Barriere dar, die das Eindringen von Substanzen und Krankheitserregern reguliert, bzw. verhindert.

Schutz vor Hitze und Kälte


Hitze und Kälte können wir über die Haut mit Hilfe von sensorischen Rezeptoren (Thermorezeption) wahrnehmen. Die Aktivität dieser Rezeptoren hängt von der tatsächlichen Temperatur ab.

Bei Hitze: Um Wärme abzugeben, wird die Schweißproduktion erhöht und zur Kühlung an die Hautoberfläche abgegeben. Durch Verengung der Blutgefäße (Vasokonstuktion) wird die Haut weniger stark durchblutet und es wird weniger Wärme zugeführt.

Bei Kälte: Die Gefäße werden erweitert (Vasodilatation) und es wird mehr Wärme zugeführt. Eine Wärmeproduktion erfolgt über Muskelzittern und über das Aufstellen der Körperhaare mit Hilfe der Haarmuskeln. Es bildet sich die so genannte Gänsehaut. Dadurch wird die wärmende Luftschicht vergrößert.

Schutz vor Strahlung und Austrocknung


Auch gegenüber Strahleneinwirkung bietet die Haut Schutz. Sie reflektiert den größten Teil des Lichtes. Der Rest wird absorbiert und löst somit unterschiedliche Reaktionen aus (z.B. Aktivierung der Melanozyten, führt zur Bräunung). Die Epidermis (Oberhaut) ist eine Barriere gegen Austrocknung. Ist Sie defekt, kann Wasser aus den tieferen Hautschichten verdunsten und so nach und nach zur Austrocknung führen.

Die Haut übernimmt wichtige Kommunikationsaufgaben

Die Haut stellt z.B. die Haare bei Schreck oder Angst auf und signalisiert unserem jeweiligen Gegenüber unsere aktuelle Gefühlssituation. Auch durch Erröten oder Erblassen zeigen wir unsere Gefühle. Besondere Bedeutung kommt unserer Haut im Bereich der Partnerschaft und der Erotik zu. Wir reagieren entsprechend auf Berührungen der Haut und entscheiden über die individuellen Duftstoffe (Pheromone), die über die Haut ausgeschieden werden, ob wir unser Gegenüber „gut riechen“ können oder nicht.

Die Haut ist ein Sinnesorgan

Der Tastsinn: Die Haut verfügt über unterschiedliche spezialisierte Nervenendigungen (Endkörperchen). Die Meissner-Körperchen, Merkel-Zellen und Pinkus-Haarscheiben befinden sich in der Oberhaut und reagieren empfindlich auf Berührungen. Vater-Pacini-Körperchen befinden sich im Unterhautfettgewebe und reagieren besonders empfindlich auf Vibrationen. Ruffini-Körperchen befinden sich im tieferen Bereich der Dermis (Lederhaut). Sie reagieren auf Formveränderungen der Haut bzw. sie messen die Spannung innerhalb des Gewebes.   


Der Schmerzsinn: Schmerz kann durch chemische, mechanische oder thermische Reize entstehen. Die Wahrnehmung erfolgt über die Nozizeptoren (feine sensorische Nervenendigungen).   

Immunfunktion

So wie die einzelnen Bestandteile des Immunsystems über den gesamten Körper verteilt sind, kommen sie auch in der Haut vor. Eine erste Abwehr bildet die Hautbarriere der Hornschicht mit dem darauf liegenden Säureschutzmantel. Dringen dennoch Keime ein, werden die Langerhanszellen aktiv. Sie wecken die schlafenden T-Helferzellen, die wiederum eine Immunantwort lostreten.

pH-Wert – wichtig für einen intakten Schutz

 

pH steht als Abkürzung für „pondus Hydrogenii“ (Gewicht des Wassers) oder „potentia Hydrogenii“ (Kraft des Wassers). Es ist eine dimensionslose Zahl zwischen 0 und 14, wobei 7 als neutral gilt. Der pH-Wert ist der negative dekadische Logarithmus der Menge der Wasserstoffionen, die in einer Flüssigkeit vorkommen. Liegt der pH-Wert einer Flüssigkeit unter 7, ist sie sauer, über 7 ist sie basisch. Die normale, gesunde Haut des Erwachsenen weist einen sauren pH-Wert (+/- 5,5) auf. Man spricht vom Säuremantel der Haut. Die Komponenten stammen aus drei Quellen: dem Schweiß, dem Talg und dem Verhornungsprozess.

 

Gesunder Säuremantel – perfekter Schutz


Der Säuremantel der Haut ist eine Schutzfunktion des Körpers. Er schützt gegen die Einwirkung alkalischer Medien gegen mikrobielle Besiedlung und Infekte. Bei einem sauren pH-Wert liegen optimale Lebensbedingungen für die normalen Hautoberflächenkeime vor. Diese Keime bilden das wichtige Verteidigungssystem der Haut gegen Fremdmikroben mit pathogenen (potentiell krankmachenden) Eigenschaften. Die Anzahl der normalen Hautkeime pro m2 schwankt zwischen einigen Hundert an trockenen Stellen und 7,6 Millionen in den feuchten Zehenzwischenräumen.


Jede längere Störung des sauren pH-Wertes der Oberfläche beeinträchtigt das Wachstum der normalen Hautkeime und stört somit das Vorliegen physiologisch günstiger Verhältnisse an der Hautoberfläche. Wichtig ist nicht nur der pH-Wert der Hautoberfläche, sondern es sind auch die Schutzmechanismen, die bei Störungen des pH-Wertes eine rasche Wiederherstellung der ursprünglichen Verhältnisse herbeiführen (Alkalineutralisierungsfähigkeit, Pufferkapazität).


Kleinkinder und ältere Menschen weisen generell eine verminderte Alkalisierungsfähigkeit auf und sind deshalb durch die Einwirkung alkalischer Lösungen (Seifen) gefährdet. Bei Menschen (Kinder und Erwachsene bis ins höhere Alter) liegt spätestens nach einer Stunde wieder der normale pH-Wert vor. Bei der anderen Gruppe, kann es bis zu drei Stunden dauern, bis der alkalische pH-Wert verschwindet. Hier können Hautschäden physikalischer und mikrobieller Natur auftreten.

 

 

Pflegepräparate mit pH-Wert


Pflegepräparate, deren pH-Wert vom pH-Wert der Haut abweicht, können den pH-Wert nur kurzfristig beeinflussen. Spätestens nach 60 Sekunden hat sich der pH-Wert der Haut wieder reguliert.